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Link zum TV-Beitrag vorm 17.05.2006

Gewaltprävention mit Innensenator K. Böger

 

Ansprache zur Veranstaltung des Kooperationsvertrages

(Begrüßung)
Einen wunderschönen guten Tag.
Im Namen der Studentenschaft der Friedrich-Fröbel-Schule heiße ich sie, Herr Senator Klaus Böger und sie Herr Professor Knape rechtherzlich zu dieser Veranstaltung willkommen.
Ebenso begrüße ich beide Parteien des Kooperationsvertrages, die Schüler und Studierenden der Fröbelschule, sowie alle Beteiligten der Vorstellung.
Mein Name ist Sören Scholz, ich bin Student im sechsten Semester der Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher. In einigen Wochen werde ich in das Berufsleben einsteigen und die mir vermittelten Werte und Normen unserer Gesellschaft an die Kinder und Jugendlichen weitergeben.

(Überleitung Verkehrserziehung zur Gewaltprävention)
Für jede Mutter, für jeden Vater ist es ein Graus, wenn ihr Kind zum ersten Mal alleine in die Schule geht.
Gerade in der heutigen Zeit der Mobilität und des immer mehr wachsenden Verkehrsaufkommens ist diese Angst berechtigt. Neben dieser Form von Angst, existiert noch eine ganz andere, hervorgerufen durch das zunehmende Gewaltpotential an Deutschlands Schulen. Dies ist nicht nur eine Erscheinung, die die oberen Klassenstufen tangiert, sondern für die sich erste Ansätze schon im Grundschulalter etablieren.
Es fängt an mit den ersten Sticheleien und Ausgrenzungen von Kindern und Jugendlichen, und endet schnell in offener Gewalt gegenüber Mitschülern.
Meist sind die Kinder in solchen Situationen auf sich alleine gestellt.
Unsere Gesellschaft schaut oft weg, wenn es zu Gewalt auf unseren Straßen kommt.
Können wir diesen Kindern und Jugendlichen in solchen Situationen helfen?
Nicht nur Eltern müssen ihre Kinder für die Alltagsprobleme fit machen, sondern auch wir als zukünftige Erzieherinnen und Erzieher tragen eine Verantwortung, für das Zusammenleben und das Miteinanderauskommen unserer heranwachsenden Generation. Gewaltprävention muss früh ansetzen und nicht erst, wenn die Gewaltbereitschaft  Jugendlicher von Erwachsenen als Gefahr erlebt wird.
Aus diesem Grund ist ein Projekt innerhalb unserer Ausbildung entstanden, welches den Kindern und Jugendlichen andere Möglichkeiten der Konfliktlösung aufzeigt.
Ein Tanz der einer Kampfsportart gleicht,
aus verschiedenen tänzerischen Elementen zusammensetzbar,
aber ohne Berührung,
ohne Gewalt.

 

„Die Battlezone“

                   Auftritt der Breakdancer

 

(Vorstellung des Projektes)
Es ist März 2006. In den Schlagzeilen steht eine Schule in Berlin-Neukölln.
„Gewalt und Verzweiflung bei den Lehrenden machte sich breit.“

Auf der anderen Seite gibt es vier Studierende in Berlin-Köpenick, welche sich in den ersten Zügen einer Konzeptentwicklung in Bezug auf eine gewaltpräventive Projektarbeit befinden.

Immer mehr, immer jünger, immer brutaler. So lauten die Schlagzeilen der Boulevard Zeitungen in diesen Tagen.
Doch Gewalt entsteht nicht grundlos, sie hat ihre Wurzeln sowohl in der Erziehung, als auch in der Gesellschaft.
Das Verhalten von Jugendlichen und Kindern konfrontiert uns mit uns selbst. Schließlich ist es eine Reaktion auf unsere Erziehung und auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, innerhalb derer sie aufwachsen und sich entwickeln.
Jugendgewalt ist ein immer mehr ernst zunehmendes Faktum. Durch die Vorgabe von erwachsen Vorurteilen entstehen Diskriminierungen und fehlendes Wertebewusstsein.
Gerade in unserer Gesellschaft, einer Gesellschaft gekennzeichnet oft von Egoismus und einer gewissen Ellenbogenmentalität im Denken, Fühlen und Handeln, ist es wichtig unsere zukünftigen Erwachsenen auf ihrem Weg zu begleiten.
Aggressionen und die Neigung zur Gewalt sind ein Urtrieb der Menschheit.
Aggressionen sind nicht durchaus nur etwas Negatives. Nein!, wir brauchen Sie zur Wiederherstellung des seelischen Gleichgewichts.
Doch wie sollen Kinder lernen, ihre Aggressionen in einer verträglichen Weise abzubauen?
Durch faires Streiten!
Aber auch durch das Zulassen des NEINs!
Dies ist schwer, gerade in der heutigen für Jugendliche nicht gerade freundliche aussehende Zukunft.
Niemand wird gewalttätig, der nicht selbst zuvor Opfer von Gewalt war.
Eine große Herausforderung wird den Eltern zu Teil, aber auch wir als zukünftige Erzieherinnen und Erzieher sollten die Kinder und die Jugendlichen in dieser Situation angemessen begleiten.
Denn WIR definieren Gewalt und haben somit einen maßgeblichen Einfluss auf die Kinder, und deren Umgang mit dieser.
Dabei ist es wichtig Aggressionen nicht mit Gewalt gleichzusetzen.
Aus diesem Grund ist aus einer Aufgabenstellung seitens der Schule ein Projekt entstanden, welches ich Ihnen kurz vorstellen möchte.

Auf der einen Seite befindet sich die Arena, ein Jugendclub auf dem Gelände des Freizeit- und Erholungszentrums von Berlin.

(Jeweiliges Zeigen auf die Jungengruppe auf der einen Seite, sowie die Mädchengruppe auf der anderen Seite)

Auf der anderen Seite das Inhouse, ein Projekt der Sozialdiakonischen Jugendarbeit Lichtenberg e.V..
Und ringsherum liegt Oberschöneweide. Ein Bezirk mit rund 4300 Kindern und Jugendlichen. Der Anteil ausländischer Jugendlicher liegt über dem Bezirksdurchschnitt.
Die wirtschaftliche Lage und die Wohnverhältnisse der Bewohner sind auf unterschiedlichem Niveau. Die Erwerbslosigkeit bei jungen Erwachsenen ist im Vergleich zu anderen Bezirken Berlins überdurchschnittlich hoch. 14 %
Derartige Zahlen führen zu Ängsten bei den Jugendlichen.
Aus solchen Ängsten entsteht Frustration, aus Frustration entsteht Gewalt.
Gewalt als eine Art der Konfliktlösung ist ein immer ernstzunehmendes Problem.
Genau hier wollten wir mit unserem Vorhaben ansetzen. Es entstand ein Projekt, gekennzeichnet durch den Unwillen unserer Gruppe in diesem Aufgabengebiet nur eine rein fiktive Planung zu gestalten. Wir wollten aktiv mit Kindern und Jugendlichen bei der Lösung dieser Aufgabe zusammenarbeiten.
Kinder und Jugendliche in problematischen Lebenslagen sind besonders anfällig für Gewalt und die vermeintlich einfache Lösungsstrategie des „Stärkeren“,
Unterdrückung und Ausgrenzung von Schwächern oder „Anderen“ dient als Ventil und Gruppenkonsens für die vermeintlich Besseren.
Ein Tanzwettstreit - eine Battlezone ist zwar nicht neu, fand aber aufgrund unseres kleinen Rahmens auf großen Zuspruch.
Mit einem aktuellen Tanzfilm in Bezug auf diese Thematik, gelang uns der Einstieg und wir öffneten Türen für eine weitere Zusammenarbeit mit den Kindern und Jugendlichen.
Die Teenager wurden dabei aktiv in den Prozess miteinbezogen. Sie übernahmen Verantwortung für sich und die Gruppe.
Es entstanden Workshops. Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, sowie die Freude am Tanzen in der Gruppe standen in diesen Kursen im Vordergrund.
Wir orientierten uns dabei nicht an den Defizienten der Jugendlichen, sondern setzten bei ihren Stärken an. Dem Tanz!
Was ist das aber nun für ein Tanz? Der Gewaltprobleme lösen soll!
Es ist ein Tanz, der sich aus verschiedenen Stilrichtungen und aktueller Musik zusammensetzen lässt. Dadurch fanden auch Jugendliche ohne Vorkenntnisse einen leichten Einstieg in die Gruppe.
Es kam zum Abbau von Vorurteilen, gerade durch die Anknüpfung an die Lebenswelt der Jugendlichen. Ein großes Ziel war es, präventiv zu wirken, Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu stärken, sie in Bezug auf Mitbestimmung und Eigenverantwortung zu fordern und vor allem zu fördern und ihnen dabei auch die Gefahren der falschen Leitbilder deutlich zu machen.

„Ohne Gewalt geht’s auch“

 

 

Ende
Danke Schön!"

copyright Sören Scholz 2006

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Gewaltprävention mit Innensenator K. Böger